11.122012 22:00
MARIE SÉFÉRIAN
vocal jazz
marie séférian (voc) nicolai thärichen (p) tim kleinsorge (b) javier reyes (dr)
Charmant lässt Marie Séférian ihre Stimme in einer Weise jubilieren, wie man es lange nicht mehr so überzeugend im deutschen Jazz hören konnte. «La Princesse de Ferraille» ist das neue Album des Marie Séférian Quartetts und bewegt sich inhaltlich zwischen Fantasie und Wirklichkeit. So verbindet Marie ihre melodisch wie rhythmisch abwechslungsreichen Songs in schwebender Eleganz, meist auf Französisch gesungene Texte mit lustvoll improvisierten Passagen. Da funkeln prasselnde Cymbal-Rides von Javier Reyes, die Bassist Tim Kleinsorge satt unterfüttert, während Nicolai Thärichen am Piano frische Akkordstrukturen hinter Marie Séférians betörende Stimme legt. Kein Wunder, Marie Séférian verfügt über ein breites Ausdrucksspektrum, das sich aus unterschiedlichsten Erfahrungen speist. Die Grundlagen des Jazzhandwerks lernte sie bei Sylvia Droste in Enschede, den Feinschliff gab’s von Judy Niemack, Peter Weniger und David Friedman in Berlin. Doch die deutlichsten Spuren hinterließ klar die amerikanische Vokalistin Lauren Newton, bei der Marie Séférian 2010 in Luzern ihren Master of Arts machte. Souverän beweist dieses Quartett mit «La Princesse de Ferraille», dass Sängerinnen schon lange nicht mehr nur Frontfrauen sind, sondern Teil des gesamten Band-Sounds. Für den europäischen Jazz ist die junge Dame mit dem Krönchen nämlich unzweifelhaft eine Bereicherung.