30.102013 22:00
CHARLES GAYLE TRIO
avantgarde jazz
charles gayle (sax/p)
ksawery wojcinski (b)
klaus kugel (dr)
Charles Gayle stammt aus Buffalo. Er trieb aus den ersten grossen Free Jazz Szenen der sechziger Jahre hinein und hinaus, spielte mit Pharao Sanders, Archie Shepp und anderen. Aber er sagt jetzt, dass damals, als sein Sound brennender und stärker war, er nie eine Recording Session gehabt habeEr trieb. Er wurde heimatlos. Er lebte als Hausbesetzer in einer verlassenen Lower Eastside Wohnung. Er fand Jesus. Er spielte weiter. Seine Musik behielt seinen harten industriellen Anschlag. Sie sprengte die Zuhörer aus dem Alltagstrott hinaus in eine göttliche Ekstase.Sie hob an und richtete auf. Er spielte wo immer er konnte. Sein häufigster Konzertauftritt war in den New Yorker Untergrundbahnen. Schließlich schlug es ein wie der Blitz. In den späten Achtzigern nahmen Sikheart Records drei Alben mit ihm auf, stellten Gayle‘s ekstatisches, heiliges Tenor Saxophon vor. Das rätselhafte deutsche Label FMP nahm den Klassiker «Touchin on Trane» auf mit Musikern, die wie er so begabt und leidenschaftlich sind, Bassist William Parker und Schlagzeuger Rashied Ali, ein lebendiger Anschluß an das Coltrane Vermächtnis, welches Gayle hier so dynamisch fortführt. Seine Ausdrucksweise ist unpoliert und aufrichtig wie sein Spiel und entspringt offensichtlich derselben Quelle.Es gibt keinen Spieler auf der heutigen Szene mit dem emotionalen Potenzial von Charles Gayle.