24.032015 21:00
FRIEDHELM SCHÖNFELD QUARTETT
FEAT:
ERNST BIER
FRIEDHELM SCHÖNFELD (SAX)
ROLF VON NORDENSKJÖLD (SAX)
GERHARD KUBACH (BASS)
ERNST BIER (DRUMS)
Friedhelm Schönfeld ist einer der berühmtesten und besten Saxofonisten der ehemaligen DDR, der in den 60er und 70er Jahren äußerst kreativ die Jazzszene mitgestaltete. Das im Frühjahr 2011 gegründete Schönfeld- Quartett wird musikalisch bestimmt von den Kompositionen Schönfelds.
Die Musik bewegt sich im Spannungsfeld von Jazztradition im weitesten Sinne und freien Formen der Improvisation, gebändigt durch das vorgegebene Material ,in dem jedem der namhaften Solisten des Quartetts, sein musikalischer Freiraum gegeben ist, und wodurch die Musik ein eigenes, breites musikalisches Spektrum entwickelt.
Zu den kreativsten und profiliertesten Vertretern der freien Spielweise in der DDR zählte damals auch Friedhelm Schönfeld, der 1983 die DDR verließ, derzeit jedoch ein Comeback feiern kann. Schönfelds Schreib- und Interpretationsweise war und ist durch weitgefasste individuelle Freiheiten gekennzeichnet, die sich jedoch bei allen energetischen Einsätzen nie mit uferlosen Kraftmeiereien präsentieren. Schönfelds Intention, erkennbare Strukturen zu schaffen, wird In den nahtlosen Wechseln zwischen festgefügten Passagen, freien Entfaltungen im Zusammenspiel und solistisch deutlich. Schönfeld setzt neben dem Tenorsaxophon die Klarinette, Altklarinette und Flöte ein. Als sein adäquater Frontman demonstriert Rolf von Nordenskjöld, Baritonsaxophon, Bassklarinette und Altflöte, dass er gleichwohl in Schönfelds hauptsächlich von freiem Spiel geprägter Konzeption auf ausdrucksstarkem Level heimisch ist. Durch ihr vielfältiges Instrumentarium schaffen beide Bläser in ihrem Zusammenspiel eine farbenreiche Spannungsdichte. Gleichermaßen hochrangig zeigen sich Bassist Gerhard „Kubi" Kubach und Drummer Ernst Bier. Bier, einer von Berlins Top-Drummern, vermeidet jegliche vordergründigen Kanonaden, sein Spiel ist durchgängig sensitiv und dynamisch hervorragend ausbalanciert angelegt. Kubach präsentiert sich gleichermaßen solistisch auch in gestrichenen Passagen mit vielfältigem Ausdruck und technisch äußerst versiert.